Monatsrückblick Oktober 2017

Hallo ihr Lieben,

da ich über den Monatswechsel ja im Urlaub war, kommt mein Monatsrückblick für den Oktober etwas spät.
Es ist einfach unglaublich, dass auch der November schon wieder zur Hälfte rum ist…Weihnachten steht vor der Tür!

Gelesen…

…habe ich im Oktober 4,5 Bücher.
Sog von Yrsa Sugurdardittir habe ich ja noch aus dem September mitgenommen.
Ein insgesamt spannender Thriller mit ein paar Schwächen. Zur Rezension gelangt ihr hier.
Dann ging’s weiter mit Good as Gone von Amy Gentry. Von diesem Buch war ich ich wirklich begeistert. Ein spannendes Familiendrama! (Rezension)
Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde wollte ich schon sehr lange lesen, da mir das Thema so am Herzen liegt. Ich wurde nicht enttäuscht! Das Bienensterben ist keine Fiktion sondern traurige Realität, weshalb dieses Buch unglaublich wichtig ist und diese Problematik in einer berührenden Geschichte aufgreift! (Rezension)
Ich hatte ja schon angekündigt, dass der Oktober ein richtiger Crime-Monat werden wird und so passen auch die letzten zwei Bücher, die ich in diesem Monat gelesen habe in dieses Genre.
Da wäre zum einen Targa – der Moment bevor du stirbst vom Autoren-Duo B.C. Schiller, ein zwar spannender Page-Turner, der mich aber nicht wirklich überzeugen konnte. (Rezension)
Und das letzte Buch im Oktober, dessen letzten knapp 170 Seiten ich im Flugzeug nach Island durchgesuchtet habe ist ein wahrer Crime-Klassiker: And then there were none (dt.: Und dann gab’s keines mehr) von Agatha Christie. Ich habe das Buch geliebt. Es war mein erster Roman von Agatha Christie und ganz bestimmt nicht der Letzte! Lest mehr dazu in meiner Rezension!

Und diese Bücher sind neu bei mir eingezogen:

  • Sumerland Band 1 und 2 von Johannes Ulbricht (Rezensionsexemplare)
  • Frankenstein von Mary Shelley (Rezensionsexemplar)
  • Coraline von Neil Gaiman

 

Gesehen

Im Oktober haben wir die Serie Mindhunter geschaut…offenbar hat mir der Crime-Anteil unter den gelesenen Geschichten noch nicht gereicht.
In Mindhunter geht es um Special Agent Holden Ford, der als Profiler für das FBI tätig ist. Eigentlich soll er gemeinsam mit seinem Kollegen Seminare über Kriminalpsychologie für Polizisten halten, doch sein Interesse an der weiteren Erforschung der Psyche von Schwerverbrechern rückt immer mehr in den Vordergrund. Gemeinsam mit einer Psychologin beginnen sie ein Projekt, in dem sie bekannte Serienmörder und Vergewaltiger befragen und die Gespräche genauestens dokumentieren. Nebenbei helfen sie noch mit ihren Profiling- und Befragungstechniken, die sie dank neuer Erkenntnissen aus ihrer Forschung immer weiter ausbauen, bei der Lösung besonders schwerer aktueller und ungeklärter Fälle…
Eine sehr spannende Serie über unheimliche und unglaublich gut gespielte Mörder, bei der die Psychologie im Mittelpunkt steht. Absolut empfehlenswert!

Und sonst so?

Im Oktober ging es endlich in unseren langersehnten Urlaub nach Island. Es war wunderschön! Wir haben unglaublich viele Wasserfälle gesehen, waren am schwarzen Strand von Vìk, sind viel gewandert – unter anderem durch das geschichtsträchtige und geologisch sehr interessante Thingvellir – und sind in heißen Quellen geschwommen. Außerdem habe ich einen tollen Ausritt durch ein Lavafeld auf einem superlieben Island-Pferd unternommen und konnte die für diese Pferderasse typische Gangart Tölt ausprobieren. Insgesamt war dieser Urlaub einfach ein wundervolles Erlebnis! Einen ausführlichen Bericht und viele Bilder findet ihr hier.

Ausblick November (der ja auch schon halb rum ist…)

Tja meine zweite Urlaubswoche ist nun auch rum und morgen heißt es wieder arbeiten…
aber immerhin konnte ich schon zwei Bücher von meiner Novemberliste streichen:
– Frankenstein von Mary Shelley – ein neues Lieblingsbuch! (Rezension)
Böses Kind von Martin Krist – diesen spannenden Thriller durfte ich als Vorab-Exemplar lesen. Meine Rezension kommt passend zum Erscheinungstermin am 20.11.2017!

weiter stehen auf meiner Liste:
Sumerland Band 1 (welches ich gerade lese) und
Sumerland Band 2 von Johannes Ulbricht
Eine Fantasy-Duologie, die mich von der Beschreibung her ein bisschen an Matrix erinnerte, weshalb ich die Rezensionsexemplare natürlich dankend und gespannt angenommen habe. Das Besondere daran: passend zu den Büchern gibt es ein Augmented-Reality Spiel…
Coraline von Neil Gaiman
The Handmaid’s Tale von Margaret Atwood

Neben diesen spannenden Büchern auf meiner Leseliste freue ich mich auf zwei Konzerte: Am 17.11.2017 geht’s mit meinem Freund zu Rise Against nach Düsseldorf! Rise Against ist eine unserer All-Time-Favourite-Bands, die wir schon mehrfach live sehen durften. Und am 24.11.2017 gehe ich mit meiner besten Freundin zum Acoustic Pub Crawl von Fiddler’s Green, einer deutschen irish Folk/Folk-Rock/SpeedFolk-Band.

Ich wünsche euch allen einen schönen Rest-November!

 

Eure Ricy

 

 

 

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Rezension: „Frankenstein“ von Mary Shelley

Franken

Titel: Frankenstein
Autorin: Mary Shelley
Verlag: Manesse Verlag (erschienen am 02.10.2017)
erstmals erschienen: 1818
Seiten: 464 (inkl. Anhang)
ISBN: 978-3-7175-2370-3
Preis (gebundene Ausgabe): 22,00€
Hier findet ihr das Buch direkt beim Verlag oder bei Amazon!

 

Inhalt

Der Seefahrer und Forscher Robert Walton sieht irgendwo im nördlichen Polarmeer einen Hundeschlitten mit einer riesenhaften Kreatur vorbeifahren. Kurz darauf gabeln seine Leute einen einsamen Mann mit dem Namen Victor Frankenstein auf einer Eisscholle auf, dessen Erscheinen in dieser Gegend so unwirklich erscheint, wie die Geschichte, die er zu erzählen hat.

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Rezension: „And then there were none“ von Agatha Christie

agatha

Titel: And then there were none
deutscher Titel: Und dann gab’s keines mehr
Autorin: Agatha Christie
Verlag: Harper (in dieser Ausgabe erschienen am 29. März 2011)
erstmals erschienen: 6. November 1939 bei Collins Crime Club
Seiten: 320
ISBN: 978-0062073488
Preis: 7,49 € (Taschenbuch)

hier geht’s zum Buch!

 

„Ten little Soldier boys went out to dine;
One choked his little self and then there were nine.

Nine little Soldier boys sat up very late;
One overslept himself and then there were eight.

Eight little Soldier boys traveling in Devon;
One said he’d stay there and then there were seven.

Seven little Soldier boys chopping up sticks;
One chopped himself in halves and then there were six.

Six little Soldier boys playing with a hive;
A bumblebee stung one and then there were five.

Five little Soldier boys going in for law;
One got into Chancery and then there were four.

Four little Soldier boys going out to sea;
A red herring swallowed one and then there were three.

Three little Soldier boys walking in the zoo;
A big bear hugged one and then there were two.

Two little Soldier boys playing in the sun;
One got frizzled up and then there was One.

One little Soldier boy left all alone;
He went out and hanged himself and then there were none.“

Inhalt

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Reisebericht: Island 2017

Hallöchen,

ich bin wieder im Lande…dabei will ich doch gar nicht!
Wie ich bereits in meiner Reiseankündigung berichtet habe, haben wir keine Rundreise durch Island gemacht, sondern uns in 8 Tagen den Südwesten der Insel ganz intensiv angeschaut.
Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht noch eine Woche dranzuhängen und den restlichen Teil zu umrunden. Tja, dann müssen wir wohl nochmal wiederkommen, was wir uns auch sofort fest vorgenommen haben!

Hier möchte ich euch berichten, was wir an den einzelnen Tagen so gesehen haben und was ich für wertvolle Tipps mitnehmen konnte, die ich an euch weitergeben möchte, falls ihr selber die Insel mal besuchen wollt. Was ihr unbedingt tun solltet!

Tag 1: Flug – Ankunft – Mietwagen – Kerid Krater – Unterkunft

Geflogen sind wir von Frankfurt aus mit der Airline WOW-Air, die ich nicht empfehlen kann, auch wenn sie unschlagbar günstig ist. Der Grund? Scheinbar lassen die ihre Flüge regelmäßig überbuchen. Das bedeutet, wenn sich kein Freiwilliger meldet, muss der Letzte oder die Letzten (bzw. mehrere) da bleiben und auf den nächsten Flug warten. Natürlich gegen Entschädigung und alles (wenn man es einklagt…). Wir hatten Glück und waren recht früh da und haben somit Plätze im Flieger ergattert, aber als wir im Boarding-Bereich saßen kam ein Mädchen weinend herein und erzählte jemandem am Telefon, dass der Flug überbucht sei und sie nun alleine fliegen müsse. Da haben wir das zum ersten Mal mitbekommen und dachten: bitte was? Mehr dazu beim letzten Tag… Im Flieger habe ich tatsächlich, wie ich es mir vorgenommen hatte, „And then there Were none“ von Agatha Christie beendet (die Rezension folgt!).20171029_092341.jpg

In Island angekommen lief alles super. Am Flughafen wartete bereits der Transferbus zur Mietwagen-Firma Green Motion Car Rental und dort saßen wir keine halbe Stunde bis wir mit unserem Ford Fiesta losbrausen konnten.
Gut zu Wissen: Selbst wenn ihr über ein deutsches Portal eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung abschließt, wird die Mietwagenfirma eure Kreditkarte für die Dauer der Vermietung mit dieser belasten. Im Schadensfall würde die deutsche Versicherung aber dafür aufkommen. Also immer genug Geld auf der Kreditkarte haben!
Außerdem, wenn ihr auch abseits der „Hauptstraßen“ fahren wollt, braucht ihr auf jeden Fall einen 4×4-Geländewagen mit viel Bodenfreiheit. Denn alles was nicht Ringroad (Road 1) oder Straßen zu anderen größeren Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten sind, sind mehr oder weniger befestigte Gravel-Roads oder sogar sogenannte F-Roads („Hochlandpisten“ – alle Straßen mit einem F vor der Nummer). Letzere sind teilweise kaum als Straßen zu erkennen und führen oftmals durch Flussläufe. Für Autos ohne Allrad-Antrieb verbieten die Mietwagenfirmen die Nutzung dieser F-Roads. (edit: bitte guckt hier genau in das Kleingedruckte eurer Versicherungsunterlagen, um herauszufinden auf welchen Straßen ihr fahren dürft und welche Schäden abgedeckt sind. Alle Angaben sind hier natürlich ohne Gewähr!)

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Los ging also die etwa 1,5 Stündige Reise zu unserer Unterkunft etwas außerhalb der Kleinstadt Selfoss,
auf der wir bereits einen guten Eindruck des Südwestzipfels Reykjanes bekamen.

Kurz bevor wir bei unserer Unterkunft ankamen, kamen wir an einem Parkplatz vorbei, auf dem einiges los war. Da es noch nicht Dunkel war und wir uns dachten, dass es dort bestimmt etwas Tolles zu sehen geben muss. Also hielten wir an: Der Kerid-Krater!20171028_170017

 

Danach ging es dann zu unserer Unterkunft den Minniborgir-Cottages – eine unglaublich süße Siedlung von kleinen und größeren Holzhäusern mit Hot Tubs zur freien Verfügung!
Zu Essen gab es Nudeln mit mitgebrachter Maggi-Fix-Napolisoße, denn jetzt kommen wir zu
Tipp Nr. 2, den wir zum Glück schon vorher gehört hatten: Lebensmittel sind in Island für den Durchschnittseuropäer unglaublich teuer! Man darf aber 3kg Lebensmittel pro Person einführen (ob das tatsächlich kontrolliert wird, kann ich nicht sagen) aber wir haben die voll ausgereizt und uns noch zuhause mit reichhaltigen und haltbaren Nahrungsmitteln eingedeckt: Nudeln, Kekse, Müsli-Riegel, Knäckebrot, Sahnekäse etc. In Island haben wir dann noch Sachen bei „Bonus“ gekauft, einer „Billig“-Supermarktkette, in der aber trotzdem 5 Scheiben Käse ca. 5 Euro kosten.

Minni-Borgir-Cottages – unsere Unterkunft:

Tag 2: Seljandafoss – Skogafoss – Solheimasandur Planewreckage – Reynisfjara Black Sand Beach, Vìk

An Tag zwei machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. Der erste Stopp war der Seljandafoss ein verhältnismäßig kleiner Wasserfall, der aber die Besonderheit hat, dass man dahinter hergehen kann. 20171029_103527

Wenn man den Weg am Wasserfall vorbei weitergeht kommt man zu einem weiteren kleinen Wasserfall, der hinter einem Felsen, in einer kleinen Höhle durch ein Loch in die Tiefe stürzt und vorne als Bach herausfließt.

 

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Der Nächste Halt war der Skogafoss, ein deutlich größerer Wasserfall. Auch hier kann ich nur empfehlen die steilen Treppen an der Seite hochzugehen und dann den Wanderwegen weiter zu folgen. man folgt dann nämlich dem Flusslauf durch die Hügel und vor allem entkommt man der großen Touristenansammlung unten am Wasserfall und an der Aussichtsplattform. Außerdem kann man oben noch weitere Wasserfälle sehen!

Dann fuhren wir weiter bis zu einem Parkplatz, an dem das bekannte DC-3 Planewreckage in Solheimasandur ausgeschildert war. Bis dahin läuft man dann allerdings eine ganze Weile durch eine karge Steinwüste bis man irgendwann zum Strand gelangt. Das Wrack erblickt man erst in der letzten Minute, da es hinter einer Senke liegt. Mein Freund findet, der lange Weg habe sich dafür nicht gelohnt… ich sehe das anders. Ich finde, es strahlt eine unglaublich düstere Atmosphäre aus, was durch die Einsamkeit, in der es liegt, noch verstärkt wird. 20171029_143404 Gut, die ganzen Menschen, die diesen Weg ebenfalls auf sich nehmen, schmälern diesen Eindruck ein wenig und da sahen wir auch zum ersten Mal eine echt nervige Seite an vielen Isalndtouristen. Denn alleine an diesem verlassenen Ort schwirrten DREI Drohnen über uns herum. Viele lassen, wenn der Weg vom Reisebus zu Attraktion zu weit ist, scheinbar nur ihre Drohne hinfliegen und ein paar Fotos machen oder natürlich um die beste Perspektive zu haben. Ganz ehrlich: dann bleibt doch zuhause! An vielen Stellen ist glücklicherweise bereits ein Drohnenverbot! Ich muss sagen, dass keine der Attraktionen auf den Fotos so beeindruckend wirkt wie in der Realitiät …

Zu guter Letzt fuhren wir noch bis kurz vor die Stadt Vìk und zwar zum bekannten Black Sand Beach Reynisfjara. Der ist wahrlich nichts für die typischen Strandliebhaber, sondern ebenfalls sehr düster und karg und eben mit schwarzem Kies…ich fand ihn ganz wunderbar! Ich musste an die Eiseninseln von Westeros denken!

Tag 3: Strokkur Geysir – Gullfoss – Wanderung zum Brurafoss

Am nächsten Tag ging es morgens direkt zum bekannten Geysir Strokkur, der auf einem Gelände zu finden ist, auf dem die Erde überall dampft und brodelt und sprudelt. Es war wirklich gut, dass wir so früh dort waren, denn als wir nach unserer kleinen Wanderung wieder zum Auto zurückkehrten, war das Gebiet um den Geysir schon wieder unglaublich voll…

Auch hier machten wir uns wie schon gesagt wieder auf eine kleine Wanderung den Hügel hinter diesem Gelände hinauf. Von dort aus hatten wir einen wunderbaren Blick über das anliegende Tal. 20171030_111949

Ich halte hier mal als 3. Tipp fest: Wenn ihr nicht an irgendwelche Touren gebunden seid, nehmt euch die Zeit, auch die Gegend um die Attraktionen herum zu erkunden. Da ist meistens nicht so viel los und es gibt trotzdem wunderschöne Landschaften zu entdecken!

 

 

Im Anschluss ging’s direkt weiter zum Wohl bekanntesten Wasserfall Süd-Islands – dem Gullfoss (der „goldene Wasserfall“).

Auf dem Rückweg kamen wir dann an einem Parkplatz vorbei, 20171030_163127.jpgauf dem wieder ein paar Autos standen. Tipp Nummer 4: Wenn ihr sowas seht, muss es da etwas Besonderes geben – also anhalten und hingehen!
Das Taten wir auch. Komisch, die anderen stiegen einfach wieder ins Auto und fuhren weiter… dann entdeckten wir das Schild. Brùrafoss in 3,1 km. Diese Wanderung war den IMG_4422anderen scheinbar zu weit…zu unserem Glück, denn bis zu besagtem Wasserfall, der nicht in unserem Reiseführer stand, aber, wie wir später herausfanden offenbar ein beliebtes Postkartenmotiv ist, hatten wir eine wunderschöne Wanderung vorbei an einem Traumhaften Flussbett mit mehreren Wasserfällen, auf der uns kaum jemand entgegen kam.

Tag 4: Snaefellsnes – Kirkjufell – Regen und Nebel in Island

Da für den 31. Oktober so viel Regen vorhergesagt wurde, dachten wir, dies sei der perfekte Tag, um die sehr lange Fahrt zur Halbinsel Snaefellsnes auf uns zu nehmen, die auch als Miniatur-Island beschrieben wird, da sie so eine breite landschaftliche Vielfalt auf kleinem Raum enthält.
Dies war das erste Mal das wir Islands berühmt-berichtigtes Wetter kennen lernten. Wenn man das Gefühl hat, sich mitten im Nirgendwo in einer Wolke zu befinden und Plötzlich nur noch etwa 5 Meter Schotterpiste vor sich und hinter sich erkennen kann und man das Gefühl hat, dass es außer diesen paar Metern Straße nichts gibt, dann ist man in Island!20171031_084306.jpg

Irgendwann befanden wir uns plötzlich auf einer Gravel-Road, auf der uns wirklich etwa eine viertel Stunde lang niemand begegnete und wir auch kein Haus sahen oder sonst irgendetwas, das an Zivilisation erinnern könnte. In dem Moment war mir wirklich etwas mulmig zumute und ich hoffte nur, dass das Auto keinen Schaden nahm, denn wir haben uns nur gefragt: Dürfen wir hier fahren? Doch offenbar schon, das ist ’ne ganz normale Straße in Island und die Isländer reizen da das Tempolimit auf Gravel-Roads von 80 km/h (!) offenbar voll aus…wir sind da hingegen so mit 20-30 km/h langgetuckert…deswegen kam es uns auch so ewig vor bis wir endlich wieder Teer unter den Reifen hatten. Aber im Nachhinein weiß ich: genau DAS war Island – diese unglaublich verlassene Weite, die es im Nord-Osten des Landes noch viel mehr zu genießen geben soll. Diese Einsamkeit hatte schon etwas Atemberaubendes!
Von der Insel Snaefellsnes haben wir den Wetterbedingungen entsprechend nur Abschnittsweise etwas gesehen. Immerhin war der bekannte Kirkjufell nicht nebelverhangen.

Tag 5: Thingvellir

Der sowohl geologisch als auch historisch sehr bedeutsame Nationalpark Thingvellir, war das Ziel unseres dritten Reisetages. Hier gibt es eine Felsspalte die dadurch entstand, das an dieser Stelle die nordamerkanische und die euraische Kontinentalplatten auseinanderdriften. Außerdem wurde hier bereits von den Wikingern das sogenannte Althing abgehalten, welches eine gesetzgeberische und gerichtliche Funktion hatte und als eines der ältesten Parlamente (nach denen der griechischen und römischen Antike) gilt und bis 1798 bestand. Was für viele bestimmt nicht weniger wichtig ist, ist die Tatsache, dass hier auch Szenen aus Game of Thrones gedreht wurden.


Auch hier machten wir wieder eine Wanderung durch das Tal abseits der hier wirklich unangenehm großen Menschenmassen, auf der uns tatsächlich niemand begegnete. Ein Wanderweg der uns erneut über ein paar Felsspalten führte!

 

Tag 6: Buchhandlung/Café  – Küstenstadt Stokkseyri – Secret Lagoon – Nordlichter #1

Ja, natürlich stand auch eine Buchhandlung auf meinem Plan und zwar Bokakaffid – Books and Coffee – und zwar, weil diese genau meiner Traumbuchhandlung, die ich selber so gerne eröffnen würde, wenn ich es mir leisten könnte, entspricht! Ein süßes kleines Café vollgestopft mit neuen und gebrauchten Büchern. Mein Himmel! und natürlich habe ich auch etwas gekauft!

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Gekauft habe ich mir in diesem süßen Geschäft eine der bekanntesten isländischen Sagas: Egil’s Saga.

„Verfasst wurde sie vermutlich zwischen den Jahren 1220 und 1240. Die Saga wird häufig Snorri Sturluson (1179–1241) zugeschrieben, seine Autorschaft ist jedoch umstritten. Die Saga handelt vom Leben der Hauptperson Egill Skallagrímsson, einem isländischen Bauern,
Wikinger und Skalde, und seiner Familie, die im 10. Jahrhundert lebte. Insgesamt treten ungefähr 400 Personen auf, die entweder mit ihm verwandt sind oder ihn in Streit oder Freundschaft treffen.“ (Quelle: Wikipedia)

Danach fuhren wir zur Küstenstadt Stokkseyri und gingen ein bisschen am Strand spazieren. Was durch den heftigen Wind etwas ungemütlich wurde, auch wenn es auf den Bildern gar nicht so aussieht…

Den Abend verbrachten wir dann in der Secret Lagoon, die wie der Name schon sagt als Geheimtipp und Alternative zur Blauen Lagune gelten soll, aber gar nicht so geheim ist.
Sie soll das älteste Schwimmbad Islands sein und ist natürlich einfach eine heiße Quelle im Boden, die umliegenden Geysire und Hot Pots sollte man jedoch nicht zum Baden nutzen, da man dort gekocht werden könnte… 20171102_182824.jpg

Da sowohl die Wolkenabdeckung günstig (also wenig vorhanden) und der KP-Index ganz gut sein sollte (dieser zeigt die Sonnensturmaktivität an),
machten wir uns später am Abend ausgiebig auf Aurora- Hunting (Nordlichter-Jagd) – und wir hatten Glück etwa um 10.30 Uhr erschien der erste grünliche Schimmer am Nachthimmel.

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Tipp 5: Verlasst euch nicht auf Wettervorhersagen, KP-Index und Wolckendecken-Vorhersage. Das sind zwar nützliche Richtwerte, aber nicht alles! Wahrscheinlich waren wir an diesem Abend ganz alleine auf Aurora-Jagd, weil alle nur die Vorhersage gelesen hatten, dass es zu bedeckt sein sollte. Tatsächlich war der Himmel oft sternenklar!

Tag 7: Reiten im Lavafeld – Reykjavìk – Nordlichter #2

Am nächsten morgen ginge es Früh Richtung Rejkjavik, da ich mich etwas außerhalb der Stadt beim Reitstall Solhestar für einen Ausritt angemeldet hatte. 20171103_101126 - KopieDenn was wäre Island ohne Island-Pony-Reiten? Es war so wunderschön! Wir machten uns mit einer netten kleinen Gruppe von 6 Leuten (inklusiver unserer Guide Kim) auf den Weg Richtung Heidmörk – einem Lava- und Kraterfeld in der Nähe Reykjaviks. Zwei Stunden ging die Tour durch rote Steingebilde und kleine Wäldchen und wir konnten die für die Islandponys typische Gangart Tölt ausprobieren, was für mich, obwohl ich schon viel geritten bin, ein vollkommen neues Erlebnis war.

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Danach fuhren wir dann weiter nach Reykjavik und schlenderten etwas durch die Stadt
Die bekannte evangelisch-lutherische Kirche Hallgrimskirkja erinnert mich irgendwie immer an ein Raumschiff…
Rejkvaik ist eine sehr schöne, gemütliche Stadt mit wunderschönen liebevoll eingerichteten Cafés, Bars und Restaurants, nur leider kann man sich ja da nicht wirklich viel leisten…

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Der Ausblick vom Perlan-Wasserspeicher über die Stadt:

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Abends macht wir uns dann nochmal auf die Jagd nach Aurora Borealis und siehe da, wir hatten wieder Glück. Da sich aber diesmal scheinbar herumgesprochen hatte, dass es gute Chancen gibt, welche zu sehen, waren wir an unserem am Vortag entdeckten Aussichtspunkt, plötzlich nicht mehr allein. Es kam ein Auto nach dem anderen an und plötzlich sogar zwei ganze Reisebusse…Trotzdem war es wieder ein wunderschönes Erlebnis!

Tag 8: Reykjanes – Blue Lagoon

Da wir für die letzte Nacht eine Unterkunft in Keflavik gebucht hatten, weil unser Rückflug bereits um 6 Uhr startete, machten wir uns am Samstagmorgen wieder zurück in Richtung Reykjanes-Halbinsel. Dort fuhren wir durch den Reykjanesvolkvangur-Park, wo uns die befestigte Straße plötzlich mitten in eine winterlich verschneite Berglandschft führte. Als Googlemaps 20171104_121336-1.jpguns dann auch noch sagte, dass wir nun auf eine Gravel-Road abbiegen sollten, dachte ich, dass das ja wohl nicht wahr sein konnte… Der Versuch aus dem Auto auszusteigen zeigte, dass die Straße komplett vereist war. Gut dass isländische Winterreifen mit Spikes ausgestattet sind. Fahren, war da definitiv sicherer als Laufen…wir bogen dann wie von Google geheißen auf die Schotterpiste ab und merkten direkt, warum die in Island scheinbar so beliebt sind: man konnte viel sicherer fahren! 20171104_121329So konnten wir dann doch noch den Ausblick über die verschneite Landschaft genießen.

Dann fuhren wir noch eben durch die Hafenstadt Hafnarfjordur, eine süße Kleinstadt in der ein hübscher kleiner „Elfen-Park“ angelegt ist…man kann sich tatsächlich vorstellen, dass dort welche leben.


Der letzte Zwischenstopp war dann die weltberühmte Blue Lagoon, die tatsächlich zu den 25 National Geographic-Weltwundern zählt. Die Lagune entsteht eigentlich durch das Abwasser eines Geothermal-Kraftwerks nebenan, das das heiße Brackwasser zur Energieerzeugung nutzt…wenn man diesen Gedanken beiseite schiebt, ist es trotzdem wunderschön!

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Das gehört übrigens nicht zur Blauen Lagune, sondern ist irgendein Gewässer in der Nahe davon, welches ich aus dem Auto heraus fotografiert habe….ich wollte nämlich nicht wie gefühlt jeder andere mein Handy mit Selfie-Stick und Tüte drum mit ins Wasser nehmen…sieht aber genauso aus!

Tipp 6: Wenn ihr lange Haare habt, kleistert sie euch mit dem Conditioner, der kostenlos in den Duschen zur Verfügung steht, zu und lasst ihn während des Badens drin. Lasst die Haare aber am Besten trotzdem nicht ins Wasser kommen. Die ganzen Mineralien darinmachen diese nämlich steinhart und trocken. Meine kleben jetzt noch ganz komisch aneinander.

—– Achtung, jetzt kommt nur noch ein kleiner Rant zur Airline —–

Kommen wir nun noch einmal auf WOW-Air zurück. Am Samtagmorgen erhielten wir eine E-Mail, die uns darüber informierte, dass – welch Wunder – unser Flug überbucht sei, und nun Freiwillige gesucht würden, die später fliegen wollen… wir dachten uns nur: Toll, jetzt rennt jeder frühzeitig zum Check-In, um nicht der Letzte zu sein. Die letzte Nacht im Guesthouse hätten wir uns also sparen können, denn wir machten uns um 02.30 Uhr auf den Weg zum Flughafen nur, damit dann um 3.00 Uhr, als eigentlich 10(!) Check-In Schalter geöffnet werden sollten, keiner geöffnet wurde. Da wir ziemlich unter Zeitdruck waren, da wir nach dem Check-In ja noch den Mietwagen abliefern mussten, versuchten wir uns am Self-Check-In -Schalter, was zum Glück problemlos funktionierte. Kurze Zeit später – der Check-In hatte immer noch nicht gestartet – kam ein Flughafen-Mitarbeiter, der den anderen Fluggästen erklärte, dass sie alle den Self-Check-In machen sollten…Gut, hier waren wir schonmal die Ersten – puh. Nächstes Problem: die Gepäck-Aufgabe funktionierte nicht, da das Band einfach noch nicht lief…das Problem wurde dann zum Glück relativ schnell von einer Mitarbeiterin gelöst.
Wir brachten den Mietwagen weg, wurden von der Firma zurückgefahren  – alles eine Sache von 5 Minuten. Nachdem ich mich dann gegen den Kauf eines Island-Pullis im Duty-Free-Bereich (denn die isländische Mehrwertsteuer beträgt 25% – da lohnt sich das schon) den ich unbedingt haben wollte, der aber leider preislich auch da erst bei etwa 150€ anfängt, entschieden hatte, kam im Boarding-Bereich die Durchsage, dass noch NEUN Freiwillige gesucht würden, die da bleiben würden, weil der Flug überbucht sei. Das heißt, die Leute konnten einchecken, und trotzdem nicht ins Flugzeug! Dementsprechend unruhig wurde die Stimmung unter den Fluggästen. Irgendwann sagte mein Freund: „Da vorne steht schon jemand, ich stelle mich da jetzt auch hin!“ und Zack! Nach nicht einmal einer halben Minute war eine riesen Schlange hinter uns. Einer Frau, die fragte, warum sie keine Sitzplatz-Nummer auf ihrem Boarding Pass habe wurde gesagt, sie solle einfach irgendwo warten, es würde dann später geguckt, wo noch ein Platz frei sei. Das ist doch echt dreist und unfair, immerhin hat jeder dafür bezahlt und jeder war pünktlich da. Sorry Wow-Air, das geht echt gar nicht! Für einen Flug dieser Airline nach Paris wurden beim Boarding noch ganze 19 Freiwillige gesucht. Jeder Flug von Wow-Air, der an diesem morgen starten sollte, war überbucht!
Aber wir hatte Glück, saßen im Flieger und kamen sogar überpünktlich wieder in Frankfurt an.

Abgesehen von der Airline war dieser Urlaub wirklich wunderbar – ein voller Erfolg!

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Ricy auf Reisen: Island wir kommen!

Sooo morgen geht’s endlich los nach Island und ich kann es wirklich kaum erwarten.

Für den Blog bedeutet das, dass es in den nächsten Tagen erstmal keine neuen Rezensionen oder andere Beiträge geben wird. Dafür habe ich danach aber bestimmt einen schönen Reisebericht für euch und hoffentlich schaffe ich es auch, ein zwei Bücher zu lesen, die ich später dann rezensieren werde. 

Wir werden in Island nicht wie viele andere die ganze Insel umrunden, sondern bleiben in einer süßen kleinen Hütte mit Hot Tub auf der Terrasse in der Nähe der kleinen (für isländische Verhältnisse aber sogar recht großen Ortschaft) Selfoss. Sie liegt im Südwesten der Insel und bietet somit einen guten Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu einem Großteil der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Der Grund weshalb wir uns für eine feste Unterkunft statt einem Roadtrip entschieden haben, ist ganz einfach der, dass wir neben dem Abenteuer, vor allem auch etwas Entspannung haben wollen.

Einen genauen Plan, was wir an welchem Tag machen möchten, haben wir noch nicht. So können wir das aber wenigstens etwas von dem unbeständigen Wetter abhängig machen.

Fest steht bisher nur, dass wir an unserem letzten Tag den Abend in der Blue Lagoon ausklingen lassen werden. Denn den Eintritt muss man im Vorfeld buchen. Außerdem möchte ich unbedingt einen Ausritt machen! Meinen Freund konnte ich bisher aber nicht überzeugen mitzumachen…tja dann muss er sich für ein paar Stündchen alleine beschäftigen!

Sonst stehen bisher folgende Sehenswürdigkeiten auf dem Plan:

– Gullfoss – der „goldene“ Wasserfall 

– der Geysir Strokkur

– Thingvellir (der Nationalpark, in dem die amerikanische und die europäische Kontinentalplatten aneinanderstoßen)

– der Black Sand Beach in Vìk und das Flugzeugwrack in Sòlheimasandur

– die Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss

– die Strände Dýrholaey und Reynisfjara 

Und natürlich wollen wir einmal nach Reykjavìk, um die Stadt zu besichtigen.

Ich hoffe außerdem so sehr, dass wir Nordlichter sehen. Diese sind für mich DIE Attraktion, weshalb ich unbedingt mal nach Island wollte.

Für die vielen Autofahrten mit dem Mietwagen haben wir auch schon eine Island-Playlist erstellt (für jede Lebenssituation gibt es eine passende Playlist!). Darauf finden sich Isländische Künstler wie Sigur Ròs, Björk und die tolle und erst seit kurzem bekanntere Band Kaleo (unbedingt mal anhören, falls ihr sie nicht schon aus dem Radio kennt!). Aber auch einfach Musik die unserer Meinung nach zu Island passt oder auf die wir bei langen Autofahrten die einsame Landschaften einfach Lust haben, wie Lieder vom Soundtrack von Into the Wild (einer meiner Lieblingsfilme!) aber auch Songs von Coldplay, Eskobar, Muse und vor allem der Song Alaska von Casper.

Tja jetzt sind die Koffer gepackt und was wäre das für ein Bücherblog, wenn ich nicht noch kurz die Bücher vorstellen würde, die ich mitnehme.

Da wäre als erstes And then there were none von Agatha Christie welches ich schon angefangen habe. Bisher bin ich richtig begeistert von diesem Klassiker! Ich hoffe dass ich es noch im Flugzeug beenden kann.

Dann nehme ich noch Frankenstein von Mary Shelley mit. Irgendwie muss ich mein Klassiker-Pensum, welches ich mir für dieses Jahr vorgenommen hatte, ja noch erreichen. Zum Glück habe ich dieses Büchlein letztens in einer neuen Ausgabe vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar erhalten!

Und dann habe ich noch Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers eingepacktNein, ich habe dieses Buch tatsächlich noch nicht gelesen. Und ja, ich weiß, dass ich das dringend nachholen muss! Deshalb kommt es mit. 

Ja und für den Notfall und, weil ich sonst mit dem Gepäckgewicht nicht hinkommen würde, nehme ich noch meinen Kindle mit.

Sooo damit verabschiede ich mich erstmal in den Urlaub.

War schon mal jemand von euch in Island? Habt ihr noch Tipps, was wir uns im Südwesten unbedingt anschauen sollten bzw. unternehmen müssen?


Liebe Grüße und bis bald!

Eure Ricy 


Rezension: „Targa – Der Moment, bevor du stirbst“ von B.C. Schiller

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Titel: TARGA – Der Moment, bevor du stirbst
AutorIn: B.C. Schiller (Autoren-Duo Barbara und Christian Schiller)
Verlag: Penguin Verlag
erschienen am: 10. Juli 2017
Seiten: 400
ISBN: 978-3328101512
Preis (Taschenbuch): 10,00€ (eBook: 8,99€)

 

Hier geht’s zum Buch beim Verlag und bei Amazon!

Inhalt

Targa Hendricks ist Undercover-Ermittlerin bei der Polizei und eine absolute Einzelgängerin. Sie hat keine Freunde, keinen Partner und keine Gefühle, also auch keine Angst. Denkt sie zumindest. Ihr neuster Auftrag ist es, einen Serienmörder auf frischer Tat zu überführen. Dafür muss sie ihm ganz nah kommen und sein Vertrauen gewinnen. Dieser Killer ist Falk Sandman, ein attraktiver und charismatischer Hochschuldozent und Hobbytaucher, der auf seinem Blog die letzten Worte Sterbender veröffentlicht. Er ist von diesem Moment, in dem die Luft wegbleibt, dem Moment, kurz vor dem Tod besessen, so sehr dass er immer häufiger selber tötet, um seine Opfer dabei zu beobachten und ihre letzten Worte aufzuzeichnen. Er glaubt in Targa endlich eine Ebenbürtige gefunden zu haben, jemanden, der genauso böse und gefühllos ist wie er.

Meine Meinung

Dieser Thriller macht seiner Genre-Bezeichnung wirklich alle Ehre. An Spannung fehlt es diesem Buch wirklich nicht, was dazu führte, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinflogen.
Etwas, das diesen Eindruck jedoch gebremst hat und mich durchweg immer wieder etwas gestört hat, war der für meinen Geschmack sehr einfache und oftmals geradezu plumpe Schreibstil. Dazu trug wahrscheinlich auch die Zeitform Präsens, die die Autoren gewählt haben, bei, die mich immer irgendwie irritiert. Es wirkt auf mich als sollte eine Geschichte damit zwanghaft dramatischer dargestellt werden. Die Dialoge wirkten für mich ebenfalls oft oberflächlich und aufgesetzt. Beschreibungen wurden sehr knapp gehalten, sodass ich auch manchmal Schwierigkeiten hatte, Szenenwechsel nachzuvollziehen. Zwar lässt sich der Thriller so schnell und einfach lesen, mir fehlte jedoch einfach etwas Substanz in der sprachlichen Umsetzung dieser von der Grundidee her wirklich originellen Story.
Was mich ebenfalls von Anfang an irritierte und weshalb die Story für mich stark an Glaubwürdigkeit  einbüßen musste, war die Tatsache, dass die Polizei von Anfang an sicher war, dass Sandman der Killer ist, aber immer wieder, wenn es neue Indizien und Beweise gab, hieß es, dass das noch nicht reiche, nur damit Targa noch weiter – noch näher – an ihn heran musste? Ich hoffe ganz ehrlich, dass niemand einfach frei herumläuft, gegen den man schon so viel in der Hand hat, wenigstens für eine Hausdurchsuchung hätte es doch reichen müssen und dann hätte man ihn sehr schnell überführen können.
Alleine die Figur Targa macht dieses Buch jedoch lesenswert. Insgesamt besticht dieser Thriller durch sehr spannende Charaktere.
Targa wurde als Neugeborenes gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester in einer eiskalten Winternacht vor einer Klinik ausgesetzt – nur sie überlebte. Sie verlor in dieser eisigen Nacht nur einen kleinen Zeh und ihr Herz, wovon sie jedenfalls fest überzeugt ist. Targas Kollege Lundt lebt offenbar in einem Hinterzimmer eines zwielichtigen Lokals und hat selbst eine sehr schwierige Vergangenheit, von der wir aber noch nicht viel erfahren. Ja und dann gibt es da noch Carlos Schmidt, einen Insassen im Hochsicherheits-Gefängnis, der regelmäßig mit jemandem skypen darf…Hier wird man lange auf die Folter gespannt, bis man erfährt, was dieser Erzählstrang mit der restlichen Geschichte zu tun hat. Die Erzählperspektive springt immer zwischen Targa, Falk Sandmann und Carlos Schmidt hin und her, was der Story viele Facetten verleiht und dadurch einen guten Spannungsbogen aufbaut. Die Spannung beruht aber nicht wie bei den meisten Thrillern auf der unbekannten Gefahr, die hinter jeder Ecke lauert, sondern auf diesem Katz- und Maus Spiel zwischen Targa und Sandman. Dieser ständigen Frage, wie weit sich Targa auf ihn einlassen kann, ohne eine gefährliche Grenze zu überschreiten und inwiefern Sandman ihr wirklich vertraut…
Auch das Thema an sich ist sehr interessant: Ein Mörder auf der Jagd nach diesem Augenblick kurz vor dem Tod seines Opfers und den berühmten letzten Worten. Das ist irgendwie pervers, unheimlich und originell…Alleine bei diesem Namen „Sandman“ sträuben sich mir die Nackenhaare. Immerhin sieht er seinen Opfern beim Sterben zu…bringt ihnen nicht den Schlaf sondern den Tod…

Fazit

Trotz einiger Schwächen ist „Targa – der Moment, bevor du Stirbst“ ein unterhaltsamer Thriller und überzeugt vor allem durch seine interessanten Charaktere. Richtig umgehauen hat er mich jedoch nicht.
Als Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe macht er aber auf jeden Fall Lust auf mehr, denn gerade Targas Geschichte endet mit einem dramatischen Cliffhanger. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit dieser interessanten Protagonistin weitergeht und freue mich schon auf den Folgeband.

Der erste Eindruck:  3,5Sterne
Die Story:  4Sterne
Die Charaktere: 4,5sterne
Die Erzähltechnik: 4Sterne
Schreibstil: 3sterne
Aussage:  –
Titel/Cover dieser Ausgabe: 4Sterne

Fazit: 3,5Sterne   3,8 Sterne!

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich vielmals beim Blogger-Portal und dem Penguin Verlag!

Rezension: „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

geschichtederbienencover

Titel: Die Geschichte der Bienen
Originaltitel: Bienes Historie
Autorin: Maja Lunde
Übersetzung (aus dem Norwegischen): Ursel Allenstein
Verlag: btb Verlag
erschienen am: 20. März 2017
Seiten: 512
ISBN: 978-3442756841
Preis (gebunden): 20,00€ (eBook: 15,99€)
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Inhalt

„Die Geschichte der Bienen“ ist die Geschichte dreier Familien und der ganzen Menschheit verbunden durch die Bienen.

William ist ein Familienvater, Saatguthändler und Naturforscher im 19. Jahrhundert, der ausgelöst durch die fehlende Anerkennung seines Mentors in eine tiefe Depression verfallen ist und seit einiger Zeit das Bett nicht mehr verlässt. Erst als ihm durch Zufall ein Buch über die Bienen in die Hände fällt, eine Spezies mit der sich seine Forschung schon zuvor näher befasst hatte, schöpft er wieder Energie, um weiterzumachen – vor allem für seinen Sohn Edmund, den er versucht auch für die Forschung zu begeistern. Aber Edmund ist bereits dem Alkohol verfallen und zeigt kaum noch Interesse an irgendetwas außer seinem Bett und billigen Partys. Seine Tochter Charlotte hingegen beginnt die Bienen zu studieren und ihren Vater zu unterstützen.

George betreibt im Jahr 2007 eine große Imkerei in Ohio, von der er und seine Familie ganz gut leben können und die, wie er hofft, irgendwann von seinem Sohn Tom weitergeführt wird. Doch Tom ist am College und entwickelt sehr viel mehr Interesse für die Literatur und für umweltpolitische Themen als für die alte Bienen-Farm seines Vaters. Einmal im Jahr fährt George auch mit seinen Bienen zu einem befreundeten Blaubeer-Farmer, damit seine fleißigen Helferlein dort die Blüten bestäuben, eine Praxis, die andere Imker noch sehr viel exzessiver durchführen. Die Saison beginnt gut, doch dann findet er einen Bienenstock nach dem anderen leer vor…das große Bienensterben, der sogenannte CCD – Colony Collapse Disorder hat begonnen und leitet damit einen Wandel in der Welt ein, der in der Zukunft als der Kollaps bezeichnet werden soll…

…einer Zukunft im Jahr 2097, in der Tao mit ihrem Mann Kuan und ihrem Sohn Wie-Wen in einer kleinen Wohnung in China wohnt. Eine Zukunft, in der es keine Bienen mehr gibt, in der aufgrund der fehlenden Bestäubung und der somit fehlenden Pflanzen eine enorme Nahrungsmittelknappheit herrscht. Im Gegensatz zu Amerika und Europa hat China es geschafft die Handbestäubung durch Menschen durchzusetzen. Ein mühsamer Job, der aber auch Taos Lebensunterhalt sichert. An einem ihrer wenigen freien Tage passiert jedoch bei einem gemeinsamen Picknick etwas mit ihrem Sohn. Sie ließen ihn nur kurz aus den Augen und als sie ihn wiederfinden, ist er leichenblass und kann kaum atmen. Er wird mit einem Krankenwagen abgeholt und weggebracht…was mit ihm geschehen ist, will ihnen niemand sagen und so macht sich Tao auf die Suche nach Wei-Wen und nach der Wahrheit.

Meine Meinung

Die Idee hinter diesem Buch ist originell und sehr interessant. Es greift ein unglaublich wichtiges Thema auf, das meiner Meinung nach öffentlich noch viel zu wenig diskutiert wird. Der Colony Collapse Disorder ist keine Fiktion sondern durchaus problematische Realität. Genaue Ursachen können oft nicht wirklich festgestellt werden, aber auch Pestizide, Monokulturen und die Varroamilbe, die sich immer weiter ausbreitet, sind Realität und werden in diesem Roman als die Hauptursache angeführt.
Wenn es keine Bienen mehr gibt, werden keine Blüten mehr bestäubt, folglich gibt es keine Früchte mehr und Pflanzen können sich auch nicht mehr vermehren. Wenn es keine Pflanzen mehr gibt, können auch die ganzen Schweine und Rinder mehr gefüttert werden…wer dann am Ende dran glauben muss, kann sich jeder denken.
Diese Entwicklung über mehr als zwei Jahrhunderte anhand von familiären Schicksalen zu erzählen, die irgendwie mit den Tierchen verbunden sind, ist eine schöne und interessante Art, dieses ernste Thema aufzugreifen.

Leider hatte ich das Gefühl, dass wir bei den drei Familien nur an der Oberfläche kratzen. Die Charaktere werden nur knapp beschrieben und vor allem durch ihre Funktion im Buch definiert: Ihr Leben wird durch die Bienen bestimmt!

Tao ist die einzige Protagonistin, durch die ein bisschen Spannung aufkommt, die Stärke zeigt und bei deren Geschichte ich als Leser richtig mitgefiebert habe.

Der Roman ließ sich dank eines einfachen Schreibstils flüssig lesen und obwohl oft die Spannung fehlte, und ich die Charaktere als sehr flach wahrgenommen habe, konnte ich ihre Verzweiflung gut verstehen. Gerade bei George, für den seine Bienen der Lebensinhalt und nicht nur Existenzgrundlage sind, konnte ich sehr gut mitfühlen, als er die Kästen öffnet und feststellen muss, dass sie weg sind. Die häufigen Perspektiv- und Zeitwechsel führten zudem zu einem hohen Tempo der Erzählung und ließen keine Langeweile aufkommen. Mir hat sehr gut gefallen, dass man so immer mehr Zusammenhänge entdecken konnte.
Außerdem wird einem dadurch erschreckend bewusst, wo wir bereits stehen, wohin unsere heutige Landwirtschaft führen kann und dass sich schnell etwas ändern muss.

Nachdem die Geschichte anfänglich lange so vor sich hin geplätschert ist, kam mir das Ende dann etwas zu schnell, unerwartet war es für mich hingegen keineswegs. Mir war ziemlich direkt klar wohin die Geschichte führen würde. Ich war daher etwas enttäuscht, dass wir nicht noch ein bisschen mehr erfahren haben. Der Kollaps selber wird zum Beispiel nur als geschichtliches Ereignis angesprochen. Es wird erklärt, dass China die Krise durch die Handbestäubung weltweit am Besten abwenden konnte, aber was aus dem Rest der Welt geworden ist bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Die schockierende apokalyptische Atmosphäre, die dem Thema noch einmal Nachdruck verleihen würde, blieb somit aus. Einen nur kurzen Einblick erhaschen wir, als Tao versehentlich in die Randbezirke Pekings gerät…

Fazit

Ich kann auf jeden Fall empfehlen, dieses Buch zu lesen. Alleine wegen des Themas und seiner Relevanz ist es meiner Meinung nach ein Buch, dass sich jeder mal zu Gemüte führen sollte. Großartige Spannung oder eine toll ausgebaute Familiensaga sollte man aber nicht erwarten. Trotz einiger Kritikpunkte habe ich das Buch sehr gerne und zügig gelesen und immer wieder mit Freude zur Hand genommen. Auch wenn mich die Charaktere nicht hundertprozentig Überzeugen konnten, so haben mir die Bienen umso mehr am Herzen gelegen und ich wurde umweltpolitisch noch einmal richtig wachgerüttelt und berührt.

Der erste Eindruck:  4,5sterne
Die Story:  4Sterne
Die Charaktere: 3sterne
Die Erzähltechnik: 5Sterne
Schreibstil: 3,5Sterne
Aussage:  5Sterne
Titel/Cover dieser Ausgabe: 5Sterne

Fazit:   4,5sterne4,3 Sterne!

 

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich vielmals beim Blogger-Portal und dem btb Verlag!